Standort Dingolfing-Landau

Viele Gesichter, viele Fähigkeiten, viele Chancen:
Der Wolpertinger unter Bayerns Landkreisen

Der Wolpertinger ist ein Fabelwesen, das in Bayern jeder kennt. Er vereint die Merkmale von Tieren in sich, die rennen, schwimmen und fliegen können. Und so wie man im Wolpertinger alle Fähigkeiten finden kann, so kann jeder – egal ob Gründer, Handwerker, Mittelständler, Konzernmanager oder Dienstleister – seine Pläne im Landkreis Dingolfing-Landau optimal verwirklichen.

Die spektakulärste Seite mit der meisten Strahlkraft nach außen und Wirkung nach innen des „Wolpertingers“ Dingolfing-Landau ist der globale Industriestandort. Allen voran die BMW Group, die hier mit über 19.000 Beschäftigten in der besten Autofabrik Europas nicht nur ihr größtes Produktionswerk weltweit betreibt, sondern als einziger Autohersteller der Welt auch ein Fließband benutzt, das dem Altern der Belegschaft gerecht wird. Mit dem Dynamikzentrum schlägt zudem das BMW-Nachschubherz an der Isar – wird irgendwo rund um den Globus ein Ersatzteil gebraucht, in Dingolfing beginnt seine Reise.

Was Viele nicht wissen: Zwar liefert BMW von Dingolfing aus vor allem seine 6- und 7-er Reihe in alle Welt, vor allem nach USA und nach Asien. Doch diese Top-Produkte sind echte Niederbayern, denn die Menschen, die sie zusammensetzen, die Werksbusse, die rund um die Uhr unterwegs sind, die Maschinen, die die Teile herstellen, die Computerprogramme, die sie steuern, bis hinunter zu den Semmeln in den Kantinen – sie alle stammen aus der Region.

Der Fahrzeugbau hat im Landkreis Dingolfing-Landau noch mehr zu bieten: Mann + Hummel bietet im weltweit größten Filterwerk in Marklkofen knapp 2500 Arbeitsplätze an, vor allem im Teilzeitbereich für Frauen. Der Bushersteller Viseon in Pilsting führt die Tradition der legendären Marke Neoplan fort – Dr. Konrad Auwärter hat in der Heimatgemeinde der Glas-Dynastie bereits in den 1970-er Jahren die Vorzüge des Wirtschaftsstandortes im Isartal erkannt. In Pilsting wurden der Skyliner und der Niederflurbus erfunden. Dazu kommen noch renommierte Zulieferer wie die Dräxlmair Group, die in Landau/Isar gleich mit zwei Werken vertreten ist.

Größe allein macht einen Wirtschaftstandort noch nicht erfolgreich, dafür braucht es erfolgreiche Mittelständler, die clever Nischen finden und einzigartige Spezialisten sind. Die Firma Girnghuber aus Marklkofen beispielsweise gehört in Sachen Ziegel und Tonprodukte zu den führenden Herstellern in Europa, die Landauer Einhell AG beliefert Heimwerker auf allen Kontinenten mit Werkzeugen und Maschinen, bei „Loher raumexklusiv“ in Haidlfing entstehen luxuriöse Inneneinrichtungen für Züge, Flugzeuge sowie Yachten und mit Sano ist in Loiching einer der größten Hersteller von Futtermitteln und Tierernährung im Landkreis ansässig. Selbst in der Größenklasse darunter finden sich zahlreiche kleinere Firmen, Büros und Agenturen, die ihren Beitrag zum Erfolg des Standortes leisten, indem sie unter anderem Logistiklösungen auf der Basis künstlicher Intelligenz entwickeln.

Zu diesem Erfolg haben vor allem zwei Faktoren beigetragen: Die Lage. Dingolfing-Landau bildet die Mitte Niederbayerns, die Autobahn A92 schafft eine schnelle Verbindung zum Münchner Flughafen ebenso wie über Österreich und Tschechien nach Osteuropa. Mit der Bundesstraße B20 führt die zweitwichtigste Nord-Süd-Verbindung Bayerns durch den Landkreis. Und die Bahnlinie von Passau nach München ist unentbehrlich für die täglichen Pendlerströme in den Ballungsraum der Landeshauptstadt.

Die Politik ist dem verpflichtet: Der Landkreis gibt jedes Jahr eine sechsstellige Summe aus, um die Straßen und Brücken in Schuss zu halten und auszubauen. Von jedem Ort im Landkreis kann man jeden anderen Punkt mit dem Auto in maximal 20 Minuten erreichen. Die ansässigen Firmen honorieren dies: Bei der jüngsten Zufriedenheitsanalyse der IHK Niederbayern haben 453 Unternehmen dem Landkreis Schulnoten gegeben – und mit einer 2,3 ist Dingolfing-Landau in Niederbayern der Klassenprimus.

Zum zweiten die Kaufkraft: Im Landkreis wird gut verdient und konsumiert. Das führt zu einem dichten Netz an Geschäften, Lokalen, Handwerksbetrieben und Dienstleistungsangeboten. Es hat schon seinen Grund, warum in Dingolfing-Landau praktisch Vollbeschäftigung herrscht und Oberbayern in Sachen niedriger Arbeitslosenquote längst abgehängt wurde.

Wer nun diesen „Wolpertinger“ sehen will, mag zunächst enttäuscht sein: Anstatt Industriegebieten schaut er zunächst einmal auf- Natur, Landschaft und viel Grün. Denn Dingolfing-Landau ist trotz allem Hightech eine Agrarregion, die Böden im Isar- und im Vilstal gehören zu den fruchtbarsten Süddeutschlands. Die Landwirte wissen das zu nutzen, sie sind Teil des größten europäischen Anbaugebietes für Feldgemüse. Die wertvollen und gesunden Nahrungsmittel werden sofort vor Ort verarbeitet, beispielsweise durch die Mamminger Konservenfabrik oder die Firma Develey, die von Dingolfing aus große Fast-Food-Ketten mit frischen Gurkenscheiben versorgt – wer irgendwo zwischen Edinburgh und Rom in einen Hamburger beißt, wird mit großer Sicherheit ein Stückchen Dingolfing-Landau schmecken.

Die Landwirtschaft macht ohnehin der Industrie bei den Jobs den Rang streitig: Jedes Jahr schwitzen tausende von Saisonarbeitern auf den „Gurkenfliegern“, die von Georg Apfelbeck aus Eichendorf erfunden wurden. Aus den Landwirten sind so europaweit tätige Unternehmer geworden – aber eines haben sie nicht vergessen: Dass sie Bauern sind. Sie beackern die Kulturlandschaft nicht nur, sie pflegen und erhalten sie auch. So finden sich im Naturschutzgebiet „Königsauer Moos“ vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, die es nur noch dort gibt.

So ist eine Freizeit- und Erholungsregion entstanden, die selten zu finden ist: Saftige Äcker und bunte Wiesen wechseln sich mit schattigen Flussufern ab, die sanfte Hügellandschaft, die die eiszeitlichen Gletscher der Alpen geformt haben, wird von dichten Wäldchen unterbrochen. Bevorzugtes Fortbewegungsmittel ist hier neben Schusters Rappen das Fahrrad: Ein dichtes Radwegenetz bietet dem Genussradler flache Streckenentlang von Flüssen und Bächen, auf Familien warten Touren mit sanften Steigungen sowie Gefällen zum Schwung holen und der ambitionierte Freizeitsportler findet topfebene Rennstrecken ebenso wie steile Anstiege. Die Liste der möglichen Aktivitäten lässt sich beliebig verlängern: Wassersport auf dem Vilstalsee, zwei Golfplätze in bester Lage, mit dem Dingolfinger „Caprima“ ein Spaßbad erster Klasse oder der „Bayern-Park“, in dem momentan die größte Katapult-Achterbahn Europas entsteht. In die Thermen des Rottals ist es nur ein Katzensprung.

Das alles gibt es im Landkreis Dingolfing-Landau. Nur eines wird man selbst durch intensivste Suche kaum finden: Schlendrian. Auf der faulen Haut zu liegen gilt hier nicht als sexy, sondern als Makel. Strebsam und fleißig ist dieser Menschenschlag, und ein treuer Arbeitnehmer dazu. So ist es viele Menschen selbstverständlich, nicht nur den vererbten Hof weiterzuführen, sondern zusätzlich auch noch bei BMW am Band zu stehen oder auf dem Flughafen Franz-Josef-Strauß zu arbeiten.

Allen Unkenrufen zum Trotz sind die Niederbayern lern- und wissbegierig. Die benachbarten Fachhochschulen in Landshut, Deggendorf und Straubing werden von den jungen Leuten ebenso fleißig genutzt wie die Universitäten in Passau, Regensburg oder München. Die beiden größten Gymnasien sowie Realschulen Niederbayerns stehen in Landau und in Dingolfing. Und die Hans-Glas-Berufsschule ist das bayerische Kompetenzzentrum für Metall- und Elektroberufe.

Wer nun einwendet, er habe gehört, sie seien eigensinnig, die Bewohner des Landkreises Dingolfing-Landau, der hat recht: Sie haben ihren ganz eigenen Sinn. Zum Beispiel für Traditionen. Was in Oberbayern längst vom Massentourismus zertrampelt wurde, ist hier noch lebendig: Dörfer mit Kirche, Wirtshaus und Vereinen, die ein buntes, kulturelles Programm bieten, das abseits der hektischen Hypes der Großstädte von Menschen für Menschen gemacht ist. Und die Menschen an Isar und Vils haben einen Sinn für ihre Herkunft – die reicht nämlich sehr weit zurück. Bereits über 2000 Jahre vor Stonehenge haben unsere Vorfahren beim heutigen Landau astronomische Kreisanlagen errichtet. Für Archäologen ist Dingolfing-Landau der fundreichste Landkreis im Freistaat, das älteste Gold Bayerns haben sie ebenso hier gefunden wie die Reste der ältesten Kirchen Niederbayerns. Entdeckungen gibt es bis in die jüngste Geschichte hinein: Moderne Autos wären ohne die Patente des Dingolfinger Pioniers Hans Glas, dem Schöpfer der legendären Goggomobile, nicht denkbar, darunter die Handgriffe mit Garderobenhaken oberhalb der Türen. Das Niederbayerische Archäologie-Museum in Landau und das Industriemuseum Dingolfing, beide preisgekrönt, legen davon Zeugnis ab.

So gesehen steckt dieser Wolpertinger im Herzen Niederbayerns nicht nur voller Chancen und Erfolgsgeschichten – sondern das auch noch von Anfang an.

Text: Thomas Maile

Sollten Sie sich für unseren Landkreis als Lebensraum, Arbeitsort oder Betriebsstandort entscheiden. Bietet die Wirtschaftsförderung am Landratsamt entsprechende Hilfestellung.

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