Ansiedlung

Die Frage nach der Unterstützung beim Thema Ansiedlung spielt in der Wirtschaftsförderung eine große Rolle. Die Ansiedlung ist ein Prozess des zielgerichteten, ortsbezogenen, neuen Niederlassens von Menschen zum Zwecke des Wohnens oder dauernden Aufenthaltes im Sinne des Festlegens des Lebensmittelpunktes bzw. von Unternehmen zum Zweck der Produktion von Waren und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Dabei möchte der Landkreis bestmöglichst unterstützen. Sollten Sie als Unternehmer auf der Suche nach geeigneten Gewerbeimmobilien sein oder Informationen über vorhandene Gewerbegebiete benötigen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Eine geeignete Internetplattform zur Überprüfung geeigneter Standorte ist die SISBY-Datenbank. SISBY (Standortinformationssystem Bayern) bietet Informationen rund um freie Gewerbeflächen. Auch Gewerbeimmobilien können darin vermerkt werden.

Viele leerstehende Gewerbeobjekte sind bei uns registriert und können hinterfragt werden. Natürlich besteht auch das Angebot Ihre Immobilie zu registrieren, sofern sie gewerblich vermietet bzw. verkauft werden soll.

Gewerbeflächenvermarktung: Lange Leitung oder langer Atem?

Es ist das klassische Thema der Wirtschaftsförderung: Wie bekomme ich die in meiner Kommune vorhandenen Gewerbeflächen an den Mann, an die Frau bzw. ans Unternehmen gebracht? Was sind die Erfolgsfaktoren, was sind vor allem die wesentlichen Standortfaktoren, die von den Unternehmen nachgefragt werden und zählen eigentlich noch die gleichen Beweggründe wie vor 20 Jahren? Welche Unterschiede bestehen zwischen einzelnen Branchen und was ist eigentlich mit der Politik? Seitdem Wirtschaftsförderung betrieben wird, stellen sich Verantwortliche diese Fragen. Die Beantwortung fällt nicht in allen Fällen eindeutig aus. Eindeutig ist eigentlich nur eines: Ohne ein klares Standortprofil und eine sichtbare Vermarktungsstrategie wird es meistens schwer.

Der Wirtschaftsförderer benötigt zunächst grundlegende Informationen über die harten Standortfaktoren seiner Flächen. Informationen zum vorhandenen Nutzungsrecht, zu den Eigentumsverhältnissen, der zeitlichen Verfügbarkeit der Flächen, zu Fragen der Erschließung, der Entfernung zum nächsten Autobahnanschluss, einem Gleis- oder Hafenzugang und – ganz wichtig – zur verfügbaren Internet-Bandbreite sind die ersten Fragen, die von potenziellen Interessenten gestellt werden. Hier sollte man ohne großen Aufwand Antworten parat haben.

Doch auch wenn Sie diese Informationen aus dem Stehgreif liefern können, haben Sie noch nicht gewonnen. Denn was unterscheidet Ihren Standort von anderen? Ist es der Autobahnanschluss? Ist es der Preis? Manchmal ja. In der Regel ist es jedoch ein ganzer Strauß an Faktoren, der die Entscheidungsgrundlage für die Standortwahl für ein Ansiedlungs- oder Verlagerungsvorhaben bildet. Immer wichtiger ist heute die Frage, was die gesamte Region dem Unternehmen bieten kann. Es erscheint logisch, dass eine Region nicht allen Unternehmen aus allen Branchen die besten Voraussetzungen bieten kann. Daher macht es Sinn, sich auf einzelne Zielgruppen im Rahmen einer mittel- bis langfristigen Vermarktungsstrategie zu fokussieren. Doch welche sollen das sein?

Um das herauszufinden, braucht der Wirtschaftsförderer die genaue Kenntnis über das regionale Unternehmensumfeld. Er muss wissen, wo die wirtschaftlichen Stärken der Region liegen und was das Besondere an ihnen ist. Neben den Informationen zu den zukünftigen Unternehmens-Nachbarn rücken für Gewerbeflächen-Interessenten heute noch ganz andere Aspekte in den Mittelpunkt: Wo finde ich für mein Unternehmen wichtige Forschungs- und Hochschuleinrichtungen und bestehen hilfreiche Unternehmensnetzwerke in der Region? Und noch viel wichtiger: Wie ist es um das Arbeitskräftepotenzial vor Ort bestellt? Welche Qualifikationen bringen die Arbeitskräfte mit und können meine eigenen Mitarbeiter, die ich möglicherweise mitbringe, in der Region eigentlich gut leben?

All diese Fragen muss der Wirtschaftsförderer aus Kundensicht beantworten können und zu einem umfassenden Argumentationskatalog zusammenfügen – immer mit dem inhaltlichen Fokus auf die Zielgruppen. Es ist also viel Arbeit zu tun. Ist diese dann getan, muss der potenzielle Kunde über die Vorzüge des Standortes informiert werden. Auch keine leichte Aufgabe. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist und bleibt die Netzwerkarbeit in den Ziel- und Kompetenzbranchen. Der Wirtschaftsförderer muss sein Netz aus Kontakten stets pflegen und erweitern, um seine Botschaften zu platzieren. All das braucht Zeit. Nicht jedem Wirtschaftsförderer wird diese Zeit gegeben. Oft gerät er in die Mühlen der Politik, die auf kurzfristige (Ansiedlungs-)Erfolge angewiesen ist. Die Erfahrung jedoch zeigt: Mittel- und langfristig profitieren jene Standorte, die sich strategisch und zielgruppenorientiert in der Vermarktung positionieren und einen langen Atem beweisen.

Text: ExperConult (2012)

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